Hände weg von Venezuela!

DIE LINKE. Wetterau beteiligt sich an Kundgebungen in Frankfurt gegen den völkerrechtswidrigen Überfall der USA auf Venezuela. Am 3. Januar 2026 drangen US-Eingreiftruppen in Caracas ein, entführten den legitimen Präsidenten Maduro und seine Frau und töteten etwa 80 Angehörige seiner Leibgarde. Dieser Überfall ist Staatsterrorismus. Man setzt auf das Recht des Stärkeren. Ziel ist, die Regierung Venezuelas dazu zu zwingen, zu kooperieren. US-Konzerne und die US-Wirtschaft wollen Zugang zu den größten Ölreserven der Erde.

Donald Trump hat nach dem Angriff auf Venezuela etwas getan, was westliche Staatschefs sonst vermeiden. Er verzichtete auf die Rhetorik von Menschenrechten, Demokratie oder humanitärer Verantwortung, mit der völkerrechtswidrige Interventionen oft verbrämt werden. Statt dessen erklärte er offen, worum es geht: um den Zugang zu den größten bekannten Erdölreserven der Welt, um geopolitische Kontrolle und die Durchsetzung von US-Interessen in einer Region, die Washington zunehmend als Einflusszone Chinas und Russlands betrachtet. Trumps bizarre Pressekonferenz entlarvte die Doktrin »America First« am Sonnabend als das, was sie ist – eine Rechtfertigung für militärische Raubzüge zur Rohstoffsicherung. Der Bruch mit dem Völkerrecht wird dabei nicht einmal mehr geleugnet, sondern zur Normalität erklärt. Trumps Ankündigung, die USA würden Venezuela »für eine gewisse Zeit regieren«, markiert eine Zäsur – politisch wie rechtlich. Der US-Imperialismus versucht nicht einmal mehr den Anschein von Legitimation zu erwecken.

Venezuela soll eine Wahl treffen, die keine ist: Unterwerfung oder Eskalation. Die Länder der Welt wiederum stehen vor einer einfachen Entscheidung: Völkerrecht oder Komplizenschaft. Schweigen ist dabei keine Neutralität. Es ist Zustimmung zur Herrschaft des Stärkeren.

Beklatscht wird „Der Coup“ (Spiegel) natürlich von rechten Regierungschefs Javier Milei und Benjamin Netanjahu: Der US-Angriff sei »historisch« oder »wegweisend«.
Auch Wolodimir Selenskij, der selbst unter Berufung auf Souveränität und Selbstbestimmung militärische Unterstützung einfordert, begrüßte den Bruch des Völkerrechts.
Andere Vertreter westlicher Länder liefern diplomatische Verrenkungen, um den Aggressor nicht klar zu benennen, und demonstrieren durch komplizenhaftes Schweigen, was ihre »Werte« tatsächlich wert sind. Darunter die Bundesregierung und ihr Kanzler. Die vielbeschworenen Prinzipien, mit denen sonst Sanktionen und Waffenlieferungen begründet werden, erweisen sich erneut als selektiv einsetzbar. Äußerungen, die die Verantwortung umkehren und das attackierte Land gar zum Täter erklären, rechtfertigen den völkerrechtswidrigen Angriff als Mittel der Politik.

Wir fragen: Welche Zukunft wollen wir? Barbarei?