Informieren Sie sich, wie unser Gesundheitswesen auf Krieg ausgerichtet wird!
Sie sind betroffen! Denn die zivile Krankenversorgung wird der militärischen Versorgung untergeordnet.
Lesen Sie dazu einen Auszug aus einer Studie von attac:
What ever it takes – es hat nicht einmal einen Monat nach der Bundestagswahl gedauert, alle Bedenken gegen eine grenzenlose militärische Aufrüstung unseres Landes wie einen Federstrich aus dem Weg zu räumen. Mit der Abschaffung der Schuldenbremse ausschließlich für Investitionen in die Bundeswehr ist auch ein Paradigmenwechsel für die Aufgabenstellung unseres Gesundheitswesens verbunden, der uns alle betrifft und von dem dennoch nur wenig gesprochen wird: Alle Einrichtungen der medizinischen Versorgung sollen im Kriegsfall unter militärische Kontrolle gestellt und vor allem auf die Behandlung verwundeter Soldatinnen und Soldaten ausgerichtet werden.
Bisher noch kaum in der Öffentlichkeit bemerkt, bereiten sich medizinische Fachgesellschaften in Kooperation mit Fachkräften der Bundeswehr auf den Kriegsfall vor und formulieren entsprechende
Forderungen auch an die Politik. Die Begründung: Deutschland ist nach Einschätzung der Nato in allen geplanten Kriegsszenarien das Zentrum, in dem die meisten Kämpfe zu erwarten sind und in dem die Truppenbewegungen sich hauptsächlich abspielen werden.
Prof. Dietmar Pennig, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie und Koordinator für die Versorgung von Schwerverletzten in Deutschland, nennt zu den Simulationen der NATO im Gespräch mit der Zeitung die Welt konkrete Zahlen:
„Im militärischen Ernstfall wäre Deutschland ein Aufmarschgebiet mit 700.000 Soldatinnen und Soldaten aus den Mitgliedstaaten. Aufmarschgebiete werden angegriffen, das zeigt die Realität anderer kriegerischer Auseinandersetzungen. Wir rechnen mit 1000 Verletzten pro Tag, ein Viertel davon schwerstverletzt, also 250 Menschen.“
Die Einschätzung der vorhandenen Kapazitäten zur Behandlung dieser vielen verletzten Soldatinnen und Soldaten fällt bei Prof. Pennig ernüchternd aus: „Zudem wären die Betten in den Bundeswehrkrankenhäusern und berufsgenossenschaftlichen Kliniken innerhalb von 48 Stunden ausgelastet.“
Wie ändert die Militarisierung unser medizinisches Denken?
Schleichend wird so mit den Vorbereitungen zur „Kriegstüchtigkeit“ der Bundeswehr die gesamte medizinische Versorgung dem Primat des militärischen Denkens unterstellt.
