Fragen der BI-Winterstein

Das schrieb die BI-Winterstein:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Klimaschutz ja – aber nicht auf Kosten unseres Wassers!
Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel, das wir alle teilen. Aber Klimaschutz darf nicht zu Lasten unseres wichtigsten Gutes gehen: dem Trink- und Heilwasser.
Wie stehen die politischen Entscheidungsträger zum geplanten Windindustriepark auf dem Winterstein?
Als BI Winterstein haben wir bereits mehrfach auf die enormen Risiken hingewiesen, die durch den dortigen Quarzitboden und die massiven Eingriffe in den Untergrund entstehen.
Bad Nauheim generiert rund 20 % seines Trinkwassers aus diesen Quellen. Bürgermeister Kreß behauptet bisher beharrlich, Bad Nauheim sei nicht betroffen. Doch das Heilquellenschutzgebiet von 1984 macht an Stadtgrenzen nicht halt – Geologie und Grundwasserleiter kennen keine Gemarkungsgrenzen.
Unsere Frage an die politisch Verantwortlichen:
Wie werden Sie sich konkret für den Schutz der Bad Nauheimer Quellen und die Sicherheit unserer Wasserversorgung einsetzen?
Würden Sie als Verantwortliche das Risiko einer irreparablen Schädigung unserer Heilquellen für dieses Projekt in Kauf nehmen?
Wir freuen uns auf eine klare Positionierung für unsere Stadt.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Dutiné
Sprecherin der BI Winterstein

Antwort der Linken Wetterau:
Grundsätzlich: Energie brauchen alle. Wie sie erzeugt wird und wie unser Planet zukünftig erhalten wird, das ist in diesem Zusammenhang die wesentliche Frage.
Fossile Energiequellen sind endlich und belasten das Klima.
Atomkraft kann keine Alternative sein. Sie ist zu teuer und die Konzerne, die sie bauen und betreiben, erhalten massive Subventionen aus Steuergeldern, damit der dort erzeugte Strom überhaupt bezahlbar ist für die Verbraucher. Der Strom aus Atomkraft ist der teuerste Strom überhaupt.
Zudem hat jeder Defekt oder Unfall unwägbare Auswirkungen. Das wurde allerspätestens mit Tschernobyl und Fukushima deutlich. 
Die Nutzung von Wind und Sonne hat diese enormen negativen Auswirkungen nicht.
Das heißt aber nicht, dass es auch hier keine negativen Auswirkungen gibt.
Die Frage der Verhältnismäßigkeit muss gestellt werden: Wie erzeugen wir Energie mit den geringsten „Nebenwirkungen“.
DIE LINKE. Wetterau hat sich deshalb für die Windräder am Winterstein ausgesprochen.
Und für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen.

Zu Ihren Fragen antworten wir mit zwei Punkten:

1.
Die Wasserversorgung sicher zu stellen, halten auch wir für eine zentrale Aufgabe.
Wir sehen das Problem jedoch ein wenig grundsätzlicher: Wir setzen uns seit Jahren gegen einen Raubbau des Grundwassers ein. Denn es wird mehr Grundwasser entnommen, als sich nachbilden kann.
Allein die Stadt Frankfurt verbraucht im Jahr 120 Mio Kubikmeter Fernwasser. Die Metropolregion Rhein-Main – zu der auch Bad Nauheim gehört – ist ebenfalls durstig.
Das ist Wasser, das aus ganz Süd- und Mittelhessen abgepumpt wird – bis hinauf nach Marburg-Biedenkopf, dem Landkreis Gießen, dem Taunus und Vogelsberg, dem hessischen Ried.
Diese Wassermenge muss dringend reduziert werden. Hier spielt der Wetteraukreis eine wichtige Rolle! Denn die OVAG macht Geschäfte mit Fernwasser aus dem Vogelsberg.
Hier muss der Schutz des Wassers ganz klar vor das Geschäft gestellt werden!
Frankfurt muss eigene Brunnen wieder betreiben, statt sie still zu legen.
Mainwasser und Brauchwasser müssen aufbereitet und für die Bewässerung der Grünanlagen und die Straßenreinigung genutzt werden. Dafür wird derzeit Trinkwasser benutzt. Die großen Gebäude müssen mit doppelten Wassersystemen ausgestattet werden. Man kann nicht weiter tausende Toiletten mit Trinkwasser spülen.
Der Schutz des Grundwassers und in der Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs ist dringend notwendig! Auch für Bad Nauheim und seine neun Heilquellen.
Und das Heilwasser der restlichen Wetterau kommt zu einem wesentlichen Anteil aus dem Vogelsberg.

2.
Die Bundesregierung wird in den kommenden zwei Jahren das Munitionsdepot Köppern erweitern und ausbauen. 270 Hektar Wald sind davon betroffen. Mehr als 10 Hektar werden gerodet und die Fläche wird zu einem Großteil versiegelt werden.
Dies wird auch Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Vordertaunus haben. 
Selbst Bundesforst sagt, dass dieser Bereich schon jetzt durch die letzten Dürrejahre stark gelitten hat.
Und darüber hinaus ist eine Verunreinigung des Grundwassers durch den Betrieb des Munitionsdepots nicht auszuschließen.
Hinzu kommt die Gefahr, die von einem Munitionsdepot ausgeht:
Das Köpperner Depot ist das zweitgrößte der Bundeswehr in Deutschland. Früher waren hier mal Atomsprengköpfe gelagert. Selbst wenn „nur“ konventionelle Waffen gelagert werden, ist die Gefahr für die anliegende Region groß. Ein Unfall, ein Fehlalarm, ein verunglückter Waffentransport zum Depot oder aus dem Depot kann verheerende Folgen haben. Im Kriegsfall ist das Depot Zielscheibe: Sowohl für einen Erstschlag im Falle eines Angriffs. Als auch für den Zweitschlag eines angegriffenen Gegners.
Die Auswirkungen auf die Region Hochtaunus und Wetterau sind auf jeden Fall enorm.
Ein Mitspracherecht der Kreise und Kommunen gibt es nicht und es wird auch nbicht darüber informiert werden, was dort gelagert ist.
Das Munitionsdepot wird also wesentliche Auswirkungen auf Bad Nauheim haben.

Wir hoffen, dass Ihre BI in beiden Punkten aktiv wird:
Sowohl beim Grundwasserschutz der Region als auch gegen ein Munitionsdepot im Köpperner Wald.