- Das Fahrrad als Problemlöser
Das Fahrrad ist geeignet, kurzfristig und kostengünstig zur Lösung der Verkehrsprobleme, zur Verbesserung der Luftqualität sowie zur Lärmreduzierung beizutragen. Gleichzeitig wurde es als Verkehrsmittel in der Vergangenheit vernachlässigt. Der Radverkehr im Wetteraukreis soll daher zukünftig in besonderem Maße gefördert werden.
Position: Zustimmung
Der Radverkehr muss dringend ausgebaut werden. Besonders kürzere Strecken im und um den Wohnort lassen sich so umweltfreundlich, kostengünstig und gesundheitsfördernd bewältigen. „Die Verkehrsprobleme“ werden damit leider nicht gelöst werden. Dazu braucht es mindestens noch einen guten kostengünstigen ÖPNV. Aber eine Verbesserung ist es allemal.
- Lückenschluss-Programm
Im Wetteraukreis fehlt ein durchgängiges und flächendeckendes Netz von sicheren und komfortablen Radwegen. Bei bereits existierenden Radwegen fehlen oft sichere Anfangs- und Endpunkte. Die Politik muss ein Aktionsprogramm mit verbindlichen Zeit- und Zielvorgaben für die Schaffung eines Radwegenetzes (inklusive sicherem Ein- und Ausstieg sowie ggf. Wegfall von Parkplätzen entlang der Radwege) beschließen sowie entsprechende Mittel bereitstellen.
Position: Zustimmung
Volle Zustimmung. Das gilt vor allem auch im Ostkreis.
- Radschnellweg
Der Radschnellweg, der die Kommunen zwischen Butzbach und Frankfurt verbindet, kann eine attraktive Alternative zum Pendeln per Auto sein. Daher sollen sowohl der Radschnellweg selbst als auch Radschnellweg-konforme Anbindungen aller Anrainerkommunen an diesen Weg innerhalb der nächsten fünf Jahre gebaut werden.
Position: Zustimmung
Und es braucht Routen, die nicht mit Fußgänger:innen geteilt werden müssen und keine Steigungen, wie der Vorschlag der Trassenführung über den Bad Vilbeler Heilsberg.
- Null Verkehrstote/ Schwerverletzte
Die „Vision Zero“ steht dafür, dass es keine Toten und Schwerverletzte im Straßenverkehr geben soll. Auch m Wetteraukreis soll die Verkehrssicherheit an höchster Stelle stehen. Die Unversehrtheit von Menschen ist wichtiger als der Verkehrsfluss oder die Angst vor Stau., Die Kreisverwaltung soll dabei bereits konkrete Maßnahmen ergreifen, bevor es zu Unfällen kommt und nicht erst danach – auch wenn dadurch die Flüssigkeit des Autoverkehrs reduziert werden könnte. Die „Vision Zero“ soll verpflichtende Grundlage des Verwaltungshandelns werden.
Position: Zustimmung
Aber wir sehen auch besonderen Handlungsbedarf innerhalb der Kommunen: Zum Beispiel Friedberg. Es gibt inzwischen gut befahrbare Radwege nach Friedberg, doch innerhalb der Stadt ist es nichts mit Sicherheit für Radfahrer:innen! Leider gilt das nicht nur für die Kreisstadt.
- Tempo 30
Tempo 30 führt nachweislich zu weniger Unfällen, weniger Schwerverletzten, weniger Lärm und höherer Aufenthaltsqualität in Städten und Gemeinden. Der Wetteraukreis soll die rechtlichen Möglichkeiten für Bereiche mit Tempo 30 gemäß StVO-Novelle ausschöpfen und unterstützen.
Position: Zustimmung
Hier braucht es viel mehr politischen Druck. In der Vergangenheit mussten örtlich veranlasste Tempo-30-Strecken wieder zurückgenommen werden. ‚Wenn die Regelungen so etwas vorsehen, braucht es neue Regelungen.
- Finanzielle Mittel
Der ADFC Bundesverband fordert, mindestens 30 Euro pro Einwohner*in und Jahr für die Förderung des Radverkehrs auszugeben. Aufgrund des großen Nachholbedarfs im Wetterukreis soll die Politik eine Förderung des Radverkehrs von mindestens 30 Euro beschließen.
Position: Zustimmung
Damit können wir uns anfreunden. Besser als das Geld für eine Kooperation mit der Bundeswehr auszugeben!
- Freie Wahl des Verkehrsmittels
Der Kraftverkehr wurde über viele Jahrzehnte einseitig bei der Verkehrsplanung zu Lasten des Rad- und Fußverkehrs bevorzugt. Dies zeigt sich heute daran, dass viele Stellen für den Rad- und Fußverkehr nicht sicher sind. Zu einer Veränderung und Gleichberechtigung von Verkehrsmitteln gehören: Wegereinigung und Winterdienst, direkte, zügig befahrbare Verbindungen und eine sichere Verbindung aller Gemeinden. Damit die Menschen zukünftig die freie Wahl des Verkehrsmittels haben, soll die bisherige Bevorzugung des Kraftverkehrs beendet werden und gleiche Verfügbarkeit und Sicherheit für alle Verkehrsmittel geschaffen werden.
Position: Zustimmung
Sichere Wege für Fußgänger:innen, Radwege, ein gut getakteter und bezahlbarer ÖPNV – das unterstützen wir. An Bahnhöfen braucht es sichere Stellplätze für Räder, Ampelschaltungen müssen auf Anforderungen von Radfahrer:innen und Fußgänger:innen zügig reagieren. Das Kreuzen von Radwegen mit viel befahrenen Straßen muss sicherer gemacht werden.
- Beteiligungsformate
Bei der Verkehrsplanung sind die Meinungen und Ideen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Verbänden wichtig. Für eine gemeinsame Planung auf Augenhöhe müssen im Wetteraukreis entsprechende Beteiligungsformate aufgebaut werden.
Position: Zustimmung
Unbedingt!
- Bedingungen Radverkehrsförderung
Bei Planungen an Kreisstraßen soll der Wetteraukreis dem Autoverkehr Vorrang geben und Radverkehrsmaßnahmen nur umsetzen, wenn sie den Verkehrsfluss des Kfz-Verkehrs nicht beeinträchtigen.
Position: Ablehnung
Das wäre bestenfalls bei Bundesstraßen begründbar. Neben Kreisstraßen könnten gut Radwege entstehen.
- Fahrradabstellanlagen/ Fahrrad-Parkplätze
Es gibt an den Schulen im Wetteraukreis zu wenige Fahrradabstellanlagen/ Fahrradparkplätze. Gleichzeitig werden heute teilweise ungeeignete Möglichkeiten bereitgestellt (so genannte „Felgenbrecher“). Der Gesamtbedarf für Abstellmöglichkeiten muss innerhalb der nächsten zwei Jahre festgestellt und durch geeignete Mittel (z.B. Anlehnbügel oder Möglichkeiten, den Fahrradrahmen anzuschließen) gedeckt werden. Zusätzliche Anlagen auf Antrag von Schulen, Schüler- oder Elternvertretungen müssen innerhalb von drei Monaten aufgestellt sein.
Position: Zustimmung
An Schulen – aber auch an Sportstätten oder Bahnhöfen.
- Kindermobilität
Die eigenständige Mobilität von Kindern soll gefördert werden. Dazu soll der Wetteraukreis die Einrichtung von sicheren Schulstraßen und Tempo 30 Zonen, das Projekt Bicibus (Kinderfahrradbus) sowie einen Verkehrsübungsplatz/ Jugendverkehrsgarten unterstützen. Radwege zu Kitas, Schulen und Sportstätten sollen sicher gestaltet werden. Die Gefährdung von Schulkindern durch Elterntaxi-Ansammlung vor Schulen soll unterbunden werden.
Position: Zustimmung
Das sollte für Radwege gelten – aber es muss auch Fußwege geben: breit genug, extra geführt und sichere Überqueerungsmöglichkeiten von Straßen,
- Entflochtene Radverkehrsinfrastruktur
Entflochtene Radwege bedeutet, dass der Radverkehr getrennt vom Fuß- und vom Kfz-Verkehr geführt wird. Dies erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten. Der Wetteraukreis soll sich verpflichten, Radverkehrsinfrastruktur gemäß den Leitlinien des Bundesministeriums für Verkehr „Einladende Radverkehrsnetze“ zu planen und umzusetzen.
Position: Zustimmung
Voll dafür!
- Ausbau der A5
Der geplante Ausbau der A5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Anschlussstelle Friedberg mit Kosten von über 1 Milliarde Euro soll nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen sollen Bahn, ÖPNV, Radschnellwege und die bessere Anbindung der umliegenden Kommunen ausgebaut werden. Der Wetteraukreis soll sich gegenüber Land und Bund gegen den Ausbau der A5 und stattdessen für den Ausbau von Bahn, ÖPNV und Radschnellwegen positionieren. Der Orts- bzw. Kreisverband der hier befragten Partei setzt sich aktiv für diese Position auf Landes- und Bundesebene ein.
Position: Zustimmung
DIE LINKE. Fraktion im Kreistag hat gegen solche Pläne gestimmt und wird das auch weiterhin tun. Auch beim Landesparteitag der Linken wurde ein entsprechender Antrag gestellt.
- Der „Wetterauer Bahnradweg“
Die Baustraßen, die entlang der Main-Weser-Bahn zwischen Friedberg und Bad Vilbel im Rahmen des Ausbaus der S6 erstellt werden, sollen als Radweg erhalten bleiben. Dies muss zeitnahe mit der Bahn vereinbart werden.
Position: Zustimmung
Das hätten wir uns auch zwischen Bad Vilbel und Frankfurt gewünscht.
- Radverkehrsplan des Wetteraukreises
Der Radverkehrsplan des Wetteraukreises soll fortgeschrieben und vor allem umgesetzt werden. Hierfür ist ein konkreter Maßnahmenkatalog inklusive Zeitplan für die Umsetzung zu erstellen. Die Umsetzung muss regelmäßig überprüft werden.
Position: Zustimmung
Ohne einen konkreten Zeitplan wird sich wenig ändern. Aber auch die Finanzierung muss sicher gestellt sein. Wir setzen uns dafür ein, die Kommunen und Kreise auskömmlich zu finanzieren, damit sie auch ihre Aufgaben wahrnehmen können. Da denken wir zuerst an eine Vermögenssteuer. Aber auch an Abrüstung und Vorrang für Diplomatie. Beides bringt viele Milliarden für sinnvolle Investitionen.