Echte Hilfe für obdachlose Menschen!

In Friedberg gibt es obdachlose Menschen. Manche Bürger stören sich daran, dass sie im öffentlichen Stadtbild vorkommen. Laut einem Artikel in der Wetterauer Zeitung ließ deshalb die Spitze der Stadtverwaltung einen Platz an der stark befahrenen Alten Bahnhofstraße herrichten. Drei Bänke und ein Toilettenhäuschen wurden aufgestellt. Hier können sich Obdachlose aufhalten.

Anja ElFechtali, Stadtverordnete der Linken, ist befremdet: „Ich vermute zwar eine gute Absicht. Doch das ist weder ein guter Platz noch eine echte Hilfe für Obdachlose. Friedberg könnte ja zumindest einen trockenen Ort zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollte die Stadt zügig einen Förderantrag bei der Hessischen Landesregierung einreichen.“

Die Linke weist darauf hin, dass das Hessische Sozialministerium erst kürzlich einen „Strategiewechsel“ angekündigt hat: Erstmals werden gezielt „Housing-First-Projekte unterstützt. Das heißt, Obdachlose erhalten dauerhaften Zugang zu Wohnraum ohne Vorbedingungen. Sind sie weg von der Straße, können sie auch weitere Hilfen eher nutzen. Das Modell wird bereits von einigen Städten umgesetzt. Auch Friedberg könnte sich beteiligen.

Bei der Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit sieht ElFechtali einigen Nachholbedarf in Friedberg: „Housing-First ist eine Nothilfe. Sie muss gut in bestehende Wohnungshilfeangebote integriert und finanziell gesichert sein. Doch letztendlich ist der entscheidende Punkt, dass es für alle Menschen ausreichend Zugang zu bezahlbarem Wohnraum gibt!“

Die Linke setzt sich deshalb dafür ein, dass die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft finanziell besser ausgestattet wird. Und sie sieht den Wetteraukreis, das Land und den Bund in der Pflicht, den Sozialen Wohnungsbau endlich voranzutreiben.