Beitritt zu „Mayors for Peace“

Antrag zur Stadtverordnetenversammlung am 10. März 2026

Sehr geehrter Herr Porth,
wir bitten Sie, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu
nehmen.

Antrag Beitritt zum Städtebündnis Mayors for Peace
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Die Stadt Niddatal tritt dem internationalen Städtebündnis „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) bei. Die Stadt Niddatal unterstützt damit die Initiative zur Abschaffung von Atomwaffen.

Begründung: Durch die gegenwärtige Lage in der Welt, die durch zunehmende kriegerische und völkerrechtswidrige Auseinandersetzungen – auch in Europa – gekennzeichnet ist, sehen wir die Notwendigkeit auch auf kommunaler Ebene aktiv zu werden. Gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Militarisierung und die Forderung nach „Kriegstüchtigkeit“ machen es notwendig, Stellung zu beziehen.
Vor wenigen Tagen ist mit ‚New Start‘ der letzte Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland im Bereich Kernwaffen ausgelaufen. In Europa und in Deutschland wird über einen Ausbau der atomaren Bewaffnung diskutiert. Dies verdeutlicht die Gefahr eines neuen atomaren Wettrüstens und gefährdet das notwendige Ziel einer kernwaffenfreien Welt.
Zur Information über das Städtebündnis Mayors for Peace liegt diesem Antrag der aktuelle Einladungsbrief des Präsidenten der Bürgermeister für den Frieden bei.
Weitere Begründungen erfolgen mündlich.

Zur Information:

Mayors for Peace
Secretariat
c/o Hiroshima Peace Culture Foundation, 1-5 Nakajima-cho, Naka-ku, Hiroshima 730-0811 JAPAN
E-mail: mayorcon@pcf.city.hiroshima.jp Website: www.mayorsforpeace.org

Februar 2026
An die Bürgermeister*innen der Städte und Gemeinden
Erlauben Sie mir, diesem Schreiben meine besten Wünsche für Ihr Wohlergehen voranzustellen.
Im August 1945 wurden die beiden Städte Hiroshima und Nagasaki durch zwei Atombomben in Sekundenbruchteilen in Schutt und Asche gelegt und unzählige Menschen verloren ihr Leben. Die Hibakusha, die Überlebenden dieser schrecklichen Katastrophen, leiden bis heute unter den Nachwirkungen der Strahlung und betonen immer wieder, dass „niemand jemals wieder solche Qualen erleiden sollte“.
Nachdem die Überlebenden nun zunehmend ein hohes Alter erreichen, sind wir entschlossen, ihre Erlebnisse und ihr couragiertes Verlangen nach Frieden an die nächste Generation weiterzugeben und
dieses Engagement in alle Welt zu tragen. Ich bin überzeugt, dass eine globale Verbreitung ihrer Botschaft letztlich auch zur Realisation ihres innigsten Wunsches führen wird: der Abschaffung aller Atomwaffen.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, haben die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki die Organisation „Bürgermeister für den Frieden“ gegründet. Seit ihrer Gründung haben sich die Bürgermeister für den Frieden um die Ausweitung der Mitgliedsstädte bemüht und sich in Solidarität mit Städten auf der ganzen Welt für die Abschaffung von Atomwaffen und die Schaffung eines dauerhaften weltweiten Friedens eingesetzt. Der Vorsitzende ist der Bürgermeister von Hiroshima und der stellvertretende Vorsitz wird vom Bürgermeister von Nagasaki und den Bürgermeistern von 8 weiteren Städten aus aller Welt wahrgenommen. Seit dem 1. Februar dieses Jahres sind die Bürgermeister für den Frieden eine überparteiliche Organisation mit 8.563 Mitgliedsstädten in 166 Ländern und Regionen, die beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen registriert ist.

Im Januar 2021 setzten die Stimmen der Atombombenopfer und derjenigen, die ihren sehnlichen Wunsch nach der vollständigen Abschaffung von nuklearen Waffen teilen, die internationale Gemeinschaft in Bewegung, indem der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen in Kraft trat, bei dem es sich um den ersten multilateralen Vertrag handelt, der eindeutig festlegt, dass Kernwaffen einem vollständigen Verbot unterliegen. In diesem Zusammenhang hat „Mayors for Peace“ in der im Juli 2021 verabschiedeten „Vision für eine friedliche Transformation zu einer nachhaltigen Welt“ (kurz: PX Vision) die drei Ziele „Eine Welt ohne Atomwaffen verwirklichen“, „Sichere und widerstandsfähige Städte verwirklichen“ sowie „Eine Kultur des Friedens fördern“ festgelegt und beteiligt sich gemeinsam mit den weltweiten Mitgliedsstädten aktiv an verschiedenen Initiativen, um diese zu erreichen.

Die steigende Zahl der Mitgliedsstädte und -gemeinden ist eine starke Kraft, die unserem Bestreben nach einem weltweiten Frieden und der Abschaffung aller Atomwaffen einen kraftvollen Auftrieb gibt. Es würde uns freuen, wenn auch Ihre Stadt den Wunsch von Hiroshima und Nagasaki nach Frieden teilen und diese Gelegenheit nutzen würde, die Anstrengungen der Bürgermeister für den Frieden zu
unterstützen und unserer Organisation beizutreten. Wir hoffen aufrichtig, dass Sie uns auf unserem Weg
zur Schaffung einer friedlichen Welt ohne Atomwaffen begleiten werden.

Hochachtungsvoll,
MATSUI Kazumi
Präsident der Bürgermeister für den Frieden
Bürgermeister der Stadt Hiroshima