Energie muss regional sein und Bürger:innen beteiligen!

Die Firma ABO-Energy steht wirtschaftlich auf der Kippe. 2025 soll ein Geschäftsverlust von 170 Millionen eingefahren worden sein. Die Aktie ist von 45 Euro auf 6,50 Euro abgestürzt.

Jetzt hängt der Fortbestand der Firma am sprichwörtlichen seidenen Faden.

Egal, wie es ausgeht, hat das Auswirkungen auf das Windkraftprojekt am Winterstein. Und damit auch auf die beteiligten Kommunen Friedberg, Rosbach, Ober Mörlen und Wehrheim. Und das ist Wasser auf die Mühlen der rückwärtsgewandten Windkraftgegner.

„Die Kommunen werden auf jeden Fall finanzielle Einbußen haben“, fürchtet Lukas Freiberger vom linken Ortsverband Friedberg. Er erinnert daran, dass die Friedberger Stadtverordneten 2024 mehrheitlich einer Vergabe des Projekts an ABO-Energy gestimmt haben. „Auch wir haben für eine Zusammenarbeit mit ABO-Energy gestimmt. Das Angebot schien nicht nur lukrativer als das von der heimischen OVAG. Durch ein von ABO-Energy ausgesprochenes Vorkaufsrecht an die HZEG haben wir und auch mehr Möglichkeiten der kommunalen Beteiligung erhofft. Die Zusicherung von 460.000 Euro pro Jahr und Windrad, die steuerfrei in den Haushalt fließen würden und die Möglichkeit direkter Bürgerbeteiligung, gab letztendlich den Ausschlag. Warnende Stimmen wurden sicherlich auch von unserer Seite nicht ausreichend gewichtet.“

ABO-Energy hat sich verzockt. Die Firma ließ verlautbaren, es würden nun weniger als die geplanten 13 Windanlagen gebaut und die Konditionen würden neu verhandelt.

„Jetzt müssen alle Verträge mit ABO-Energy aufgekündigt werden“, fordert Freiberger, „denn ABO-Wind ist massiv vertragsbrüchig geworden.“

Die Linke fordert die Stadt auf, das Konzept der OVAG von 2024 wieder aufzugreifen und die Anzahl von 13 Windanlagen auf dem Winterberg beizubehalten. Freiberger: „Uns ist eine regionale Wertschöpfung wichtig und dass sich Bürger:innen mit Investitionen am Windpark beteiligen und auch über das Geschäftsgebaren mitentscheiden können. Und wir wollen soziale Strompreise, die sich auch Haushalte mit kleinem Einkommen leisten können.“