Leichtbauhallen für 1€ verkauft

Sehr geehrter Herr Häuser ,

die Fraktion DIE LINKE. bittet um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Aus welchen Gründen werden die vier Leichtbauhallen in Wöllstadt, Rosbach und Friedberg verkauft? Und warum alle vier?

2. Warum kann man keine Leichtbauhalle sozusagen in Reserve halten für eventuell erhöhte Flüchtlingszuweisungen? Wie teuer wäre eine solche Vorhaltung p.a.?

Im Voraus vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort des Landrats vom 7. Juli 2026

Die Fragen 1-2 werden gemeinsam beantwortet:
Im Zuge der Flüchtlingskrise im Jahr 2022 wurden insgesamt fünf Leichtbauhallen an den Standorten Glauburg, Friedberg (2x ehem. Kaserne), Rosbach und Wöllstadt zur kurzfristigen Schaffung von Unterbringungskapazitäten für geflüchtete Menschen beschafft und errichtet. Aufgrund rückläufiger Unterbringungsbedarfe werden sie nicht mehr benötigt. Gleichzeitig verursachen sie fortlaufende Kosten, da die Leichtbauhallen im aufgebauten, leeren Zustand mit Strom versorgt und in den kalten Monaten beheizt werden müssen. Für die vier Hallen entstehen dem Kreis jährliche Kosten in Höhe von rund 27.420 € pro aufgebauter Halle für Strom und Heizöl.
Hinzu kommt, dass die Leichtbauhallen im aufgebauten Zustand nicht ohne Weiteres stehen bleiben dürfen. Insbesondere in Friedberg müssen die Hallen zeitnah zurückgebaut werden, da die Flächen Teil des Investorenverfahrens für das Kasernengelände sind.
Für den Bedarfsfall wurde eine der Leichtbauhallen (ehemals geplanter Standort Glauburg) bereits eingelagert und kann entsprechend wiederverwendet werden. Die Einlagerung ist in einer kreiseigenen Liegenschaft erfolgt, daher entstehen dem Kreis dafür keine Kosten.
Da der kreis über ausreichend andere Aufnahmeeinrichtungen verfügt, gibt es keinen Grund, weitere Leichtbauhallen einzulagern.
Durch den Verkauf der Leichtbauhallen an die Eventfirma Hahn entfallen für den Kreis zudem die Kosten für den Rückbau der Hallen und die Entsorgung nicht mehr benötigter Teile. Diese belaufen sich pro Halle auf ca. 100.000 €.

Insgesamt stellt der Verkauf von vier der fünf leichtbauhallen eine wirtschaftlich vorteilhafte Lösung dar. Neben dem Wegfall erheblicher Rückbau- und Entsorgungskosten werden auch fortlaufende Betriebskosten vermieden, sodass eine zeitnahe Entlastung des Kreishaushalts erreicht wird.
Der Kreisausschuss des Wetteraukreises hat diesem Vorgehen am 5. 5. 2026 zugestimmt.