Sehr geehrter Herr Fischer,
die Fraktion Die Linke. bittet um schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:
Hitzebedingter Betreuungsausfall und Hitzeschutz in städtischen Kindertagesstätten
Am Freitag, dem 26. Juni 2026 war einer der bisher heißesten Tage des Jahres, die Rekord-Hitzewelle hielt zu diesem Zeitpunkt schon eine Woche an. Viele Familien in Karben kämpften sich durch ihren Alltag, geprägt durch schlechten Schlaf, gesundheitliche Einschränkungen und erschwerte Pendelbedingungen durch die zu diesem Zeitpunkt nach einem Böschungsbrand ausfallende S-Bahn. Alle Menschen, die unter solchen Bedingungen das Land am Laufen halten, haben unseren tiefsten Respekt.
Die Stadt Karben hat am Nachmittag des Vortags mitgeteilt, dass alle städtischen Kitas hitzebedingt um 14 Uhr schließen werden. Dem dabei genannten Ziel des bestmöglichen Schutzes der Kinder und der Beschäftigten stimmen wir zu. Gleichzeitig muss Betreuungsausfall immer die letzte denkbare Maßnahme bleiben. Daher möchten wir gerne mehr über das Zustandekommen dieser Entscheidung erfahren.
Wir fragen den Magistrat:
Zur konkreten Maßnahmen
- Wie, wann und durch welche Stelle ist die Entscheidung getroffen worden, alle Karbener Kitas am 26.6. um 14 Uhr zu schließen? Woher kam die Initative? Durch welches Kriterium unterschied sich dieser Tag von anderen Tagen?
- Aus welcher Überlegung heraus wurde beschlossen, pauschal alle Einrichtungen zu schließen und keine Einzelabwägung z.B. nach baulichen Gegebenheiten zu treffen?
- Wurden im Vorfeld die Kita-Leitungen beteiligt? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
- Der gewählte Zeitpunkt, 14 Uhr, machte einen Transfer der Kinder in der Mittagssonne notwendig. U3-Ganztagskinder schlafen zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch. Aus welchen Erwägungen wurde diese Uhrzeit gewählt?
- Welche pädagogischen Abwägungen lagen der Entscheidung zugrunde? Bestand die Einschätzung, dass es Kindern in den Wohnräumen besser geht als in den städtischen Einrichtungen?
- Welche arbeitsrechtlichen Abwägungen lagen der Entscheidung zugrunde? Wurden alle weniger weitgehenden Maßnahmen des Hitzeschutzes für die Beschäftigten ausgeschöpft? Wenn ja, welche? Ist die Maßnahme für die Beschäftigten arbeitszeitneutral? Wurde der Personalrat im Vorfeld beteiligt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
- Wurde/wird den Familien mit Nachmittagsmodulen bzw. im U3-Ganztag die Gebühren für die ausgefallene Betreuungszeit anteilig erstattet?
- Ist zukünftig erneut mit „Hitzefrei“ in den städtischen Kitas zu rechnen? Wenn ja, nach welchen Kriterien, stadtweit/einrichtungsbezogen? Mit welcher Frist ist das anzukündigen?
Zu Klimaanpassung und Hitzeschutz in den Kindertagesstätten
- Welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen ergreift die Stadt, um die Klimafolgenanpassung und den Hitzeschutz in den Kitas voranzutreiben und solche Ausfälle in Zukunft zu vermeiden?
- Gibt es allgemein einen Hitzeschutz-Ausbauplan für städtische Einrichtungen, insbesondere solche mit vulnerablen Gruppen wie Kindertagesstätten? Wenn ja, welche messbaren Ziele hat dieser?
- Wie wurde der Hitzeschutz bei der Planung der Neubauten in Kloppenheim und Petterweil berücksichtigt?
- Wurde beim Neubau der Heizungsanlage im Bürgerhaus Petterweil (Gebäude der Petterweiler Spielgruppe) ein Ausbau mit Kühltechnik erwogen? Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Wenn nein, warum nicht?